Aktueller Planungsstand des Projekts „Flaniermeile Volksdorf“ („Ortskern Volksdorf“)
Drs. 22-3769
Kleine Anfrage vom 03.06.2026
Sachverhalt:
Das Bezirksamt Wandsbek teilte auf Anfrage der CDU-Fraktion (Drs. 22-2023) mit, dass entsprechend des Arbeitsprogramms 2024/2025 der Planungsbeginn für den Ortskern Volksdorf im 2. Quartal 2025 vorgesehen war und begonnen wurde. Derzeit würden im Rahmen der Vorplanung verschiedene Varianten zeichnerisch erarbeitet. Diese Varianten sollen anschließend Gegenstand der Planabstimmung werden und beteiligten Akteuren sowie Betroffenen zur Stellungnahme vorgelegt werden. Zudem seien im Rahmen der Erstverschickung Informationsstände vor Ort vorgesehen. Nach Auswertung und Abwägung der Stellungnahmen solle die Schlussverschickung erfolgen.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:
Das Bezirksamt Wandsbek antwortet wie folgt: 15.06.2026
1. Wie ist der aktuelle Sachstand des Projekts „Flaniermeile Volksdorf“ bzw. „Ortskern Volksdorf“?
Bezirksamt Wandsbek:
Das Projekt befindet sich in der Vorplanung.
2. Welche konkreten Planungsschritte wurden seit dem Beginn der Vorplanung im 2. Quartal 2025 durchgeführt?
Bezirksamt Wandsbek:
Verifizierung der Grundlagenermittlung und Weiterführung der Vorplanung.
3. Wie viele und welche Varianten werden derzeit im Rahmen der Vorplanung erarbeitet?
Bezirksamt Wandsbek:
Vier Varianten:
Variante 0: „Nullvariante: Die Durchfahrt für Radfahrende im Gegenverkehr Im Alten Dorfe wird verboten.
Variante 1: Herstellung von einem Radfahrstreifen in der Claus-Ferck-Straße entgegengesetzt der Einbahnstraße von Uppenhof bis zum Kurvenbereich/Beginn Im Alten Dorfe
(Entfall von ca. 19 Parkständen am Fahrbahnrand).
Variante 2: Herstellung eines Radfahrstreifens entgegengesetzt der Einbahnstraße von Uppenhof bis Wiesenhöfen und Umwandlung der Schrägparkstände Im Alten Dorfe zu
Längsparkständen (Entfall von ca. 33 Parkständen).
Variante 3: Herstellung eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereiches (Entfall von 24 bis 29 Parkständen, abhängig von der Parkstands-Ausrichtung (schräg/längs) im Alten Dorfe).
4. Welche wesentlichen Unterschiede bestehen zwischen den bisher entwickelten Varianten?
Bezirksamt Wandsbek:
Die Varianten betrachten die Anzahl der Parkstände, die Radverkehrsführung und die Aufenthaltsqualität. Hierbei werden alle Verkehrsteilnehmenden berücksichtigt.
5. Wann ist die Fertigstellung der Vorplanung vorgesehen?
Bezirksamt Wandsbek:
Für September 2026.
6. Wann soll die Erstverschickung erfolgen?
Bezirksamt Wandsbek:
Die Erstverschickung soll Mitte des Jahres 2027 erfolgen.
7. Welche Behörden, Träger öffentlicher Belange, Institutionen, Verbände und sonstigen Akteure sollen im Rahmen der Erstverschickung beteiligt werden?
Bezirksamt Wandsbek:
Alle Träger öffentlicher Belange, die üblicherweise in der 1. Verschickung beteiligt werden. Diese sind (beispielhaft für die Maßnahme Wagnerstraße im Abwägungsvermerk)
unter folgendem Link einzusehen:
https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/bezirke/wandsbek/themen/verkehr/bezirkliche-projekte-in-wandsbek/radverkehrsmassnahmen/wagnerstrasse-438222
8. Welche Form der Bürgerbeteiligung ist neben den angekündigten Informationsständen vorgesehen?
Bezirksamt Wandsbek:
Es wird eine öffentliche Veranstaltung vorbereitet.
9. An welchen Standorten und zu welchen Zeitpunkten sind die Informationsstände geplant?
Bezirksamt Wandsbek:
Termine und Orte können zum heutigen Datum nicht verlässlich genannt werden.
10. Welche Möglichkeiten erhalten Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibende sowie weitere Betroffene, ihre Stellungnahmen einzubringen?
Bezirksamt Wandsbek:
Anregungen können in der öffentlichen Veranstaltung vorgetragen werden oder per Eingabe an den Mobilitätsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek eingereicht werden.
11. Gibt es bereits Erkenntnisse oder Vorfestlegungen hinsichtlich:
a) der künftigen Verkehrsführung,
b) der Anzahl und Lage von Parkplätzen,
c) möglicher Lieferzonen,
d) der Gestaltung von Aufenthaltsflächen,
e) der Begrünung und Entsiegelung,
f) der Barrierefreiheit?
Bezirksamt Wandsbek:
In der ausführlichen Beteiligung zur Flaniermeile Volksdorf zeigte sich, dass die dort benannten Anregungen in Variante 3 am besten berücksichtigt werden können.
Daher gibt es ungefähre Vorfestlegungen bzgl. der Verkehrsführung, der Anzahl der Parkstände, der Barrierefreiheit und der Lieferzonen.
Die Gestaltung der Aufenthaltsflächen, Begrünung und weitere Gestaltungselemente können in der Öffentlichkeitsveranstaltung diskutiert werden.
12. Welche Auswirkungen werden derzeit für den motorisierten Individualverkehr, den Radverkehr, den Fußverkehr sowie den öffentlichen Nahverkehr untersucht?
Bezirksamt Wandsbek:
Für alle Verkehrsteilnehmenden werden die Vor- und Nachteile untersucht.
13. Welche finanziellen Mittel stehen aktuell für Planung und Umsetzung des Projekts zur Verfügung?
Bezirksamt Wandsbek:
Die Ausführungsunterlage, in der die Finanzmittel festgelegt werden, wurde noch nicht erstellt.
14. Aus welchen Haushaltsmitteln oder Förderprogrammen soll die Umsetzung finanziert werden?
Bezirksamt Wandsbek:
Die Mittel werden aus der Rahmenzuweisung des Fachamtes Management des öffentlichen Raumes oder als Einzelanmeldung für den Haushalt 2027/2028 der Freien und
Hansestadt Hamburg finanziert.
15. Welcher Zeitplan wird derzeit für die weiteren Verfahrensschritte bis zur Schlussverschickung und bis zu einem möglichen Baubeginn angenommen?
Bezirksamt Wandsbek:
Entwurfsplanung und Schlussverschickung sollen bis Ende 2027 erfolgen.
16. Wann rechnet das Bezirksamt nach aktuellem Stand mit einer baulichen Umsetzung des Projekts?
Bezirksamt Wandsbek:
Derzeit rechnet das Bezirksamt mit einem Baubeginn im Sommer 2028.
17. Welche Risiken oder Herausforderungen sieht das Bezirksamt derzeit für die weitere Planung und Umsetzung?
Bezirksamt Wandsbek:
Die Finanzierung und das Bauzeitfenster.
18. Wie bewertet das Bezirksamt den bisherigen Austausch mit Anwohnern, Gewerbetreibenden und weiteren Interessengruppen?
Bezirksamt Wandsbek:
Umfangreich im Rahmen des Projektes Flaniermeile Volksdorf.
19. Welche nächsten konkreten Schritte sind bis Ende 2026 vorgesehen?
Bezirksamt Wandsbek:
Siehe Antwort zu den Fragen 15.
20. Welche Beschlüsse der Bezirksversammlung oder ihrer Ausschüsse sind für die weiteren Planungsschritte noch erforderlich?
Bezirksamt Wandsbek:
Beschluss zur Vorplanung und Beschluss zur Schlussverschickung durch den Mobilitätsausschuss der Bezirksversammlung.
21. Wurden im Zusammenhang mit der Planung des Projekts „Ortskern Volksdorf“ externe Planungs-, Beratungs-, Moderations- oder Gutachterleistungen beauftragt? Falls ja, welche
externen Dienstleister wurden beauftragt (bitte jeweils Auftragnehmer, Leistungsumfang und Auftragssumme angeben)?
Bezirksamt Wandsbek:
Nein.
22. Welche Leistungen werden durch das Bezirksamt selbst und welche durch externe Dienstleister erbracht?
Bezirksamt Wandsbek:
Es sind bisher keine Leistungen durch externe Dienstleister erbracht worden.
23. Welche Stellen im Bezirksamt sind aktuelle an der Planung und Koordination beteiligt?
Bezirksamt Wandsbek:
Das Fachamt Management des öffentlichen Raumes – Abteilung Straßen.
24. Wurden für die bislang vergebenen Leistungen Ausschreibungen durchgeführt?
a) Wenn ja, in welcher Form (öffentliche Ausschreibung, beschränkte Ausschreibung, freihändige Vergabe bzw. Direktvergabe)?
b) Wie viele Angebote gingen jeweils ein?
c) Nach welchen Kriterien erfolgte die Vergabe?
Bezirksamt Wandsbek:
Siehe Antwort zu den Fragen 21 und 22.
25. Sind weitere Ausschreibungen oder Vergabeverfahren im Zusammenhang mit dem Projekt vorgesehen? a) Wenn ja, für welche Leistungen?
Bezirksamt Wandsbek:
1. Die weiteren Planungsschritte wie Entwurfsplanung, Ausführungsplanung, Ausschreibung und Bauaufsicht werden im Rahmen eines öffentlichen VGV – Verfahrens an ein Ingenieurbüro beauftragt.
2. Die Bauleistungen werden in einer öffentlichen Ausschreibung an eine Baufirma beauftragt.
b) Wann sollen diese durchgeführt werden?
Bezirksamt Wandsbek:
zu 1.: nach Beschluss der Vorplanungsvariante
zu 2.: Frühjahr 2028
26. Welche Gesamtkosten sind bislang für externe Planungs-, Beratungs- und Gutachterleistungen angefallen?
Bezirksamt Wandsbek:
Siehe Antwort zu Frage 22.
27. Mit welchen weiteren Kosten für externe Dienstleistungen rechnet das Bezirksamt bis zum Abschluss der Planung?
Bezirksamt Wandsbek:
Diese Kosten können nur sehr grob geschätzt werden, da die Aufträge noch nicht vergeben sind. Es wird mit Kosten in Höhe von ca. 750.000,– für externe Planungsbüros und
Gutachten gerechnet.
28. Wurden externe Dienstleister auch für die Durchführung von Beteiligungsverfahren, Informationsständen oder Öffentlichkeitsarbeit beauftragt oder soll dies noch erfolgen?
a) Wenn ja, welche? b) Mit welchen Kosten?
Bezirksamt Wandsbek:
Nein, nicht für das Projekt Ortskern Volksdorf. Es gab Aufträge für das Projekt Flaniermeile Volksdorf, siehe Antwort zu Frage 29.
29. Wurden im Rahmen der bisherigen Planung externe Gutachten oder Fachuntersuchungen (z. B. Verkehr, Lärm, Umwelt, Einzelhandel, Städtebau) erstellt oder beauftragt?
a) Wenn ja, welche?
b) Wann werden diese veröffentlicht bzw. den politischen Gremien zur Verfügung gestellt?
Bezirksamt Wandsbek:
Im Rahmen des Projektes Flaniermeile Volksdorf wurden entsprechende Leistungen beauftragt. Auf den Ergebnissen und Erkenntnissen basiert das weitere Vorgehen der Maßnahme
Ortskern Volksdorf. Die Kosten für die in der Frage genannten Leistungen betrugen bisher rund 400.000.-€. Seitdem wurde keine zusätzliche Leistung dieser Art beauftragt.
Die Veröffentlichung der Aufträge erfolgt nach der verwaltungsrechtlich vorgeschriebenen Art und Weise zum entsprechend vorgesehenen Zeitpunkt.
https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/bezirke/wandsbek/themen/verkehr/bezirkliche-projekte-in-wandsbek/strassenumbauten/flaniermeile-volksdorf-77000
Diese Unterlagen wurden bereits veröffentlicht.
30. Wie hoch sind die bislang insgesamt angefallenen Planungskosten für das Projekt „Flaniermeile Volksdorf“ bzw. „Ortskern Volksdorf“ und welcher Anteil entfällt davon auf externe
Dienstleister?
Bezirksamt Wandsbek:
Für das Projekt Flaniermeile Volksdorf sind Kosten in Höhe von ca. 400.000 Euro entstanden. Davon entfallen circa 70% auf externe Dienstleister.
Im Übrigen siehe Antwort zu Frage 22 und 27.
