Ampelkoalition lehnt CDU-Antrag zu Auszubildendenwohnen an der Hammer Straße ab

Die CDU-Fraktion kritisiert die Ablehnung ihres Antrags (Drs. 22-3038) zur Schaffung von mehr Wohnraum für Auszubildende an der Hammer Straße durch die Ampelkoalition in der Sitzung der Bezirksversammlung am 5. Februar 2026. Die Begründung der Koalition, der Vorstoß komme „zu spät“, weist die CDU zurück.

„Diese Argumentation ist sachlich nicht richtig“, erklärt Dr. Natalie Hochheim, Vorsitzende der CDU-Bezirksfraktion Wandsbek. „Der Bebauungsplan Marienthal 36 befindet sich weiterhin in einem frühen Stadium. Er ist bislang weder öffentlich ausgelegt noch inhaltlich abgeschlossen. Es besteht nach wie vor ausreichend Zeit, Auszubildendenwohnen in die Planung zu integrieren.“

Die CDU hatte beantragt, im Rahmen des laufenden Bebauungsplanverfahrens gezielt zu prüfen, ob an der Hammer Straße Teilflächen ausdrücklich für Auszubildendenwohnen vorgesehen werden können. Hintergrund ist der zunehmende Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende, auf den unter anderem die Handwerkskammer Hamburg seit Langem hinweist.

„Gerade weil auf der Fläche mit 80 Prozent geförderten Wohnungen fast ausschließlich Wohnen vorgesehen ist, wäre die Integration von Auszubildendenwohnen keine grundlegende Änderung der Planung“, so Hochheim weiter. „Auszubildendenwohnen ist Wohnen nur passgenauer auf die Bedürfnisse junger Menschen zugeschnitten.“

Aus Sicht der CDU spricht zudem die lärmintensive Lage des Grundstücks ausdrücklich für diese Wohnform. Das Plangebiet liegt am größten Eisenbahnknotenpunkt im Bezirk Wandsbek und ist erheblichen Immissionen ausgesetzt.

„Eine solche Lage eignet sich gut für temporäre Wohnformen, wie es beim Auszubildendenwohnen häufig der Fall ist“, betont Hochheim.

Hinzu komme die besondere Lagequalität der Fläche an der Hammer Straße: zentral innerhalb des Ringes 2, mit sehr guter Anbindung an U- und S-Bahn (U1 und S1) an der Wandsbeker Chaussee, einem nahen Autobahnanschluss an die A24, kurzen Wegen in die Innenstadt sowie guter ÖPNV-Anbindung an den Flughafen. Dass an diesem Standort bereits Studenten- und Ausbildungswohnen existiert, zeige zudem, dass diese Wohnform hier funktioniere und angenommen werde.

„Es ist schwer nachvollziehbar, warum die Ampelkoalition einen realistischen und umsetzbaren Ergänzungsvorschlag nicht mal prüfen lässt, obwohl der Planungsprozess noch lange nicht abgeschlossen ist, zumal es sich um eine städtische Fläche handelt“, erklärt Hochheim.

Die CDU-Fraktion kündigt an, das Thema weiter zu verfolgen. „Der Fachkräftemangel verschärft sich, und fehlender Wohnraum für Auszubildende ist ein Teil des Problems“, so Hochheim abschließend. „Wir bleiben dabei: Wenn wir Ausbildung stärken wollen, müssen wir auch beim Wohnen handeln – und zwar rechtzeitig.“