Ampelkoalition lehnt Transparenz zum Staatsarchiv in Wandsbek ab

Die Ampelkoalition in der Bezirksversammlung Wandsbek hat einen CDU-Antrag (Drs. 22-3044) abgelehnt, mit dem ein Bericht zu den Erweiterungsplänen des Staatsarchivs Hamburg sowie zum Stand der Digitalisierung eingefordert werden sollte. Ziel des Antrags war es, die Leitung des Staatsarchivs in den Hauptausschuss einzuladen, um über den aktuellen Planungsstand, die Machbarkeitsstudie, die jüngsten Auslagerungen von Archivbeständen nach Stade und die daran geäußerte Kritik aus der Wissenschaft zu berichten.

Gerade nach der Auslagerung umfangreicher und stark nachgefragter Bestände nach Stade sehen Historikerinnen und Historiker den Zugang zu zentralen Quellen erheblich erschwert. Ein Kurierdienst ist nicht vorgesehen, die Nutzung ist künftig nur vor Ort in Stade möglich. Der Antrag betonte ausdrücklich die Bedeutung der Digitalisierung als ergänzendes Instrument und forderte Transparenz über deren Fortschritt, ohne den physischen Archivstandort infrage zu stellen.

„Dass die Ampel selbst einen sachlichen Berichtsantrag ablehnt, ist nicht nachvollziehbar“, erklärt Dr. Natalie Hochheim, Vorsitzende der CDU-Bezirksfraktion Wandsbek. „Gerade jetzt braucht es Offenheit darüber, wie es mit dem Staatsarchiv in Wandsbek weitergeht, wie die Digitalisierung vorankommt und wie die berechtigte Kritik der Historikerinnen und Historiker aufgegriffen wird. Unser Ziel ist klar: Wir brauchen einen Erweiterungsbau in Wandsbek, damit das Staatsarchiv als Ganzes an einem Ort bleibt und Forschung Verwaltung dauerhaft verlässlich arbeiten können.“

Mit der Ablehnung bleibt aus Sicht der Antragsteller offen, wie die künftige Entwicklung des Staatsarchivs am Standort Wandsbek gestaltet werden soll. Die CDU-Fraktion wird jetzt andere Wege zur Informationsfindung einschlagen.