Die von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen verkündeten Erfolge des sogenannten „Bau-Turbos“ spiegeln sich im Bezirk Wandsbek bislang kaum wider. Dies geht aus der Antwort des Bezirksamts Wandsbek auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bezirksfraktion (Drs. 22-3364, s. Anlage) hervor.
Während der Senat hamburgweit von 746 genehmigten oder positiv beschiedenen Wohneinheiten innerhalb von vier Monaten berichtet, entfällt auf den Bezirk Wandsbek nach Angaben des Bezirksamts lediglich eine einzige Wohneinheit.
„Diese Zahlen stehen in einem auffälligen Missverhältnis zur öffentlichen Darstellung des Senats. Wenn der Bau-Turbo tatsächlich zünden würde, müsste sich das auch in einem so großen Bezirk wie Wandsbek deutlich zeigen“, erklärt Silke Bertram, Abgeordnete der CDU-Bezirksfraktion Wandsbek.
Zugleich zeigt die Antwort, dass eine systematische Erfassung der entsprechenden Verfahren im Bezirk nicht erfolgt. Nach Angaben des Bezirksamts könnte nur über eine manuelle Erhebung mit erheblichem Zeitaufwand festgestellt werden, wie viele Bauanträge im Rahmen des Bauturbos eingegangen bzw. in Bearbeitung sind.
„Mehr Tempo beim Wohnungsbau ist dringend notwendig, Planungs- und Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt werden. Inwieweit dieses durch den Bau-Turbo erreicht wird, bedarf einer transparenten und nachvollziehbaren Datenbasis. Diese ist aber aktuell nicht gegeben“, so Bertram.
Kritisch sieht die CDU-Fraktion vor allem die Kommunikation des Senats. Die Darstellung eines hamburgweit erfolgreich „zündenden“ Bau-Turbos steht im deutlichen Widerspruch zur tatsächlichen Situation vor Ort in Wandsbek. Pauschale Erfolgsmeldungen ohne differenzierte Betrachtung der Bezirke erschweren eine ehrliche Bewertung und verhindern gezielte Verbesserungen.
„Anstatt sich pauschal zu feiern, sollte der Senat Transparenz schaffen und kritisch hinterfragen, warum es nicht gelingt, den Bau-Turbo in Wandsbek zu zünden“, so Silke Bertram.
