Planungsstand gehört zuerst in die zuständigen Gremien – Regionalausschuss Walddörfer beteiligen und Finanzierung klären
Die CDU-Bezirksfraktion Wandsbek kritisiert das Vorgehen bei der Vorstellung des aktuellen Planungsstands für die Neugestaltung des Volksdorfer Ortskerns. Nach der Ankündigung von SPD, Grünen und FDP soll das Bezirksamt die aktuelle Vorplanung bereits am 21. August im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung der Ampel-Koalition vorstellen. Der zuständige Mobilitätsausschuss soll dagegen erst am 27. August über weitere konkrete Informationen und Termine unterrichtet werden.
Aus Sicht der CDU ist diese Reihenfolge nicht nachvollziehbar. Wenn es einen neuen und wichtigen Planungsstand für den Volksdorfer Ortskern gibt, sollte dieser im Sinne der im Bezirksverwaltungsgesetz vorgesehenen Unterrichtung und Mitwirkung zunächst transparent und fraktionsübergreifend in den zuständigen Gremien der Bezirksversammlung vorgestellt werden. Dass das Bezirksamt seine Planungen stattdessen zunächst auf Einladung von SPD, Grünen und FDP präsentiert, halten wir für den falschen Weg.
Hinzu kommt, dass das Bezirksamt selbst noch von verschiedenen Szenarien spricht, die derzeit auf ihre technische Machbarkeit sowie ihre Vor- und Nachteile geprüft werden. Auch auf die CDU-Anfrage (Drs. 22-4064 vom 07.08.2026) erklärte das Bezirksamt noch, dass sich die fachliche Bewertung der vier untersuchten Varianten nicht verändert habe. SPD, Grüne und FDP stellen dagegen bereits einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich als vorgesehenes Konzept dar. Auch deshalb ist eine transparente Vorstellung und Beratung des tatsächlichen Planungsstands in den zuständigen politischen Gremien besonders wichtig.
Besonders kritisch sieht die CDU zudem, dass die Vorstellung bislang im Mobilitätsausschuss vorgesehen ist, der für Volksdorf zuständige Regionalausschuss Walddörfer jedoch nicht entsprechend einbezogen werden soll. Der Volksdorfer Ortskern ist nicht allein eine verkehrspolitische Fragestellung. Es geht um die Entwicklung eines gewachsenen Stadtteilzentrums und damit um die Interessen der Menschen vor Ort, des Einzelhandels sowie der Anwohnerinnen und Anwohner.
Auch bei der Finanzierung bestehen weiterhin erhebliche offene Fragen. Nach Angaben des Bezirksamtes werden für weitere externe Planungs- und Gutachterleistungen rund 750.000 Euro veranschlagt. Diese Mittel sind bislang nicht gedeckt. Die Finanzierung soll durch eine Anmeldung der Gesamtmaßnahme als Einzelmaßnahme auf Senatsebene erreicht werden.
Dazu erklärt Niclas Heins, Fachsprecher für die Walddörfer und für Mobilität der CDU-Bezirksfraktion Wandsbek:
„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Bürgerinnen und Bürger über die Planungen für den Volksdorfer Ortskern informiert werden. Aber die Reihenfolge muss stimmen: Wenn das Bezirksamt einen neuen Planungsstand vorstellt, gehören diese Informationen im Sinne der im Bezirksverwaltungsgesetz vorgesehenen Unterrichtung und Mitwirkung zuerst in die zuständigen Gremien und müssen allen Fraktionen gleichermaßen zur Verfügung stehen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Verwaltung ihre Planungen zunächst auf Einladung von SPD, Grünen und FDP präsentiert und erst anschließend der zuständige Fachausschuss informiert werden soll.
Zudem erwarten wir, dass der Regionalausschuss Walddörfer frühzeitig eingebunden wird. Und bevor weitere politische Entscheidungen getroffen werden, muss klar sein, wie die zusätzlichen Planungskosten von rund 750.000 Euro und später die eigentliche Baumaßnahme finanziert werden sollen. Eine gute Entwicklung des Volksdorfer Ortskerns braucht Transparenz, Beteiligung und eine solide Finanzierung.“
