Große Hundeauslauffläche im Eichtalpark – Kiesgrube und mögliche Gesundheitsrisiken

Große Hundeauslauffläche im Eichtalpark – Kiesgrube und mögliche Gesundheitsrisiken

Drs. 22-3583
Kleine Anfrage vom 04.05.2026

Sachverhalt:
Im Zuge der Bauarbeiten zur Entwicklung des Eichtalparks zum Klimapark wird derzeit auch die große Hundeauslauffläche an der Hopfenkarre/Ecke Oskarstraße (ca. 4.700 m²) neu hergestellt.
Die Fertigstellung und Wiederfreigabe dieser Fläche ist nach aktueller Auskunft der Verwaltung für Ende Mai 2026 vorgesehen.
Vor Ort ist bereits erkennbar, dass innerhalb der Hundeauslauffläche eine kleinere Wasserfläche bzw. Wassergrube mit steil ausgeführter Kiesböschung angelegt wird. Eine solche Wasserstelle ist aus Sicht vieler Hundehalter kein sinnvolles oder gewünschtes Element der Hundeauslauffläche, entsprechend liegen schon Beschwerden von Hundehaltern vor.
Vielmehr bestehen erhebliche hygienische und gesundheitliche Bedenken. Stehende oder langsam fließende Gewässer können potenziell ein Risiko für die Verbreitung von Krankheitserregern darstellen. Hierzu zählen insbesondere Giardien, Wurmeier und -larven sowie Leptospiren.
Darüber hinaus können – je nach Ausgestaltung und Wasserqualität – auch Zerkarien (Verursacher der Badedermatitis) sowie Blaualgen auftreten, die sowohl für Tiere als auch für
Menschen gesundheitsschädlich sein können.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass sich bereits ein öffentlicher Trinkwasserbrunnen mit integrierter Hundeschale in unmittelbarer Nähe an der Straße An der Hopfenkarre befindet, sodass für die Wasserversorgung von Hunden kein zusätzlicher Bedarf innerhalb der Auslauffläche besteht.

Vor diesem Hintergrund frage ich die Verwaltung:
Das Bezirksamt Wandsbek antwortet wie folgt: 12.05.2026

1. Ist die innerhalb der Hundeauslauffläche angelegte Wassergrube mit steiler Kiesböschung zwingender Bestandteil der aktuellen Planung?

Bezirksamt Wandsbek:
Die hergestellte Mulde ist aktuell noch nicht fertiggestellt und soll noch weiter mit Kies verfüllt werden. Ihre Funktion dient der Aufnahme des in der Hundeauslauffläche anstehenden
Sicker- und Schichtenwassers und damit der Verbesserung der Oberflächenentwässerung der angrenzenden Bereiche (Funktion einer Entwässerungsmulde/ Rigole).
Zudem nimmt die mit Kies verfüllte Mulde auch das aus dem Trinkwasserbrunnen mit Hundetränke anfallende Restwasser auf und führt dieses der Versickerung bzw. der Verdunstung
zu. Der aktuell noch niedrige Füllstand der Kiesschüttung dient dazu, den sich einstellenden Wasserpegel des Schichtenwassers zu ermitteln, um danach dann die erforderliche
Endhöhe der Kiesschüttung festlegen zu können. Die Kiesmulde dient somit der Wasseraufnahme, ohne eine Wasserfläche im Sinne einer Hundebadestelle herzustellen.
Lediglich im Fall von außergewöhnlichen Starkregenereignissen kann der Wasserspiegel in der Mulde kurzzeitig bis knapp an oder über die Kiesoberfläche ansteigen und wird
dann über einen in der Mulde angelegten erkennbaren Notüberlauf in Richtung der Wandse abgeführt. Darüber hinaus dient die mit Kies verfüllte Mulde ergänzend zum angelegten
Erdhügel mit Tunnelrohr als weiteres topografisches Spielelement, das zum Rasen kontrastierende Oberflächenstruktur und haptische Eindrücke bietet.

2. Wurde geprüft, auf die Wassergrube vollständig zu verzichten? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
Wenn nein, warum nicht?

Bezirksamt Wandsbek:
Es handelt sich nicht um eine Wassergrube. Zur Funktion s. Antwort Pkt. 1.

3. Ist die Verwaltung bereit, die Planung dahingehend zu ändern, dass die Wassergrube zurückgebaut bzw. nicht realisiert wird?

Bezirksamt Wandsbek:
S. Antwort Pkt. 1. und 2.

4. Welche Gründe sprechen aus Sicht der Verwaltung gegen einen Verzicht auf die Wasserfläche innerhalb der Hundeauslauffläche?

Bezirksamt Wandsbek:
S. Antwort Pkt. 1. und 2.

5. Wie bewertet die Verwaltung die dargestellten hygienischen und gesundheitlichen Risiken (u. a. Giardien, Wurmeier, Leptospiren, Zerkarien, Blaualgen) konkret für diese Anlage?

Bezirksamt Wandsbek:
Im fertiggestellten Zustand der Anlage ist ein Kontakt der Hunde mit dem im Kieskörper gesammelten Wassers im Regelfall ausgeschlossen.
Die Nutzung und Funktion der Anlage wird ab der Freigabe von der Verwaltung beobachtet, außerdem wird ein regelmäßiger Austausch mit dem Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelsicherheit stattfinden.

6. Inwiefern wurde berücksichtigt, dass sich bereits ein Trinkwasserbrunnen mit Hundeschale in unmittelbarer Nähe befindet und somit kein zusätzlicher Bedarf für eine Wasserstelle
besteht?

Bezirksamt Wandsbek:
Der nahe Trinkbrunnen mit Trinkmöglichkeit für Hunde und die Hundeauslauffläche mit Spielelementen sind als sich ergänzende Angebote für die Hundehalter konzipiert.
Der Trinkwasserbrunnen, der sich im Gehwegbereich an der Straße Bei der Hopfenkarre befindet, erzeugt bei Nutzung überschüssiges Restwasser. Die Ableitung in die Grünanlage
ist sowohl aus ökologischer, klimatechnischer und ökonomischer Sicht die sinnvollste Lösung und erspart eine Ableitung in die öffentliche Kanalisation.

7. Wurden Hinweise, Bedenken oder Rückmeldungen von Hundehaltern zur Wassergrube eingeholt? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?

Bezirksamt Wandsbek:
Nein.

8. Bis wann könnte eine Planungsänderung bzw. ein Verzicht auf die Wassergrube noch umgesetzt werden, ohne die Gesamtfertigstellung der Hundeauslauffläche zu verzögern?

Bezirksamt Wandsbek:
Geplant ist die Freigabe der gesamten Hundeauslauffläche nach Fertigstellung und Bauabnahme der Raseneinsaaten, je nach Witterung, voraussichtlich im Juni/ Juli.

Hier finden Sie die Anfrage.