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Großer Erfolg für die Jarrestadt

Großer Erfolg für die Jarrestadt
Hamburger Projektantrag erfolgreich im Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“

Hamburg erhält für den Erhalt und die Entwicklung der Jarrestadt rund 1,7 Mio. Euro aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Mit diesem Programm werden Projekte gefördert, die sich durch eine besondere nationale Wahrnehmbarkeit, hohe fachliche Qualität und ein hohes Innovationspotenzial auszeichnen.

Im Aufruf 2020 des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ standen insgesamt 75 Mio. Euro zur Verfügung. Der Bund fördert Projekte mit maximal zwei Dritteln der zuschussfähigen Kosten. Für die mit 2,5 Mio. Euro veranschlagten Gesamtkosten hat Hamburg den Zuschlag für rund 1,7 Mio. Euro Bundesmittel erhalten. Zur Deckung der übrigen Kosten wird Hamburg entsprechende Landesmittel bereitstellen.

Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Die Jarrestadt ist städtebaulich und architektonisch die bedeutendste norddeutsche Wohnsiedlung im Stil der Neuen Sachlichkeit der 1920er Jahre. Unser Ziel ist es, die Besonderheit dieses lebendigen Wohnviertels zu erhalten und neu erlebbar zu machen. Daher freut es mich sehr, dass Hamburg mit dem Projekt „Erhalt und Entwicklung der Jarrestadt“ bei der Auswahl für das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat berücksichtigt wurde. Dies zeigt, dass die Jarrestadt auch auf nationaler und internationaler Ebene wahrgenommen wird.“

Zum Projektantrag: Neue Sachlichkeit, Backstein und Freiräume – Erhalt und Weiterentwicklung der Jarrestadt
Die Jarrestadt steht nahezu komplett unter Denkmalschutz. Sie wurde Ende der 1920er Jahre unter der Leitung des damaligen Oberbaudirektors Fritz Schumacher von den Architekten Heinrich Bomhoff, Paul Frank, Friedrich Ostermeyer und insbesondere Karl Schneider als eine moderne und wegweisende Wohnbebauung geplant und realisiert. Seit der Jahrtausendwende wurden die typischen Klinkerfassaden in der Jarrestadt durch energetische Sanierungsmaßnahmen zunehmend überformt. Auch der zentrale Grünzug ist heute räumlich nicht mehr erlebbar. Um die Jarrestadt in ihrem Ursprungsbild zu bewahren, bedarf es neben der Herausarbeitung ihrer Besonderheiten einer konkreten Handlungsstrategie für den künftigen Umgang mit historischer Bausubstanz. Hierfür soll ein städtebauliches Erhaltungs- und Entwicklungskonzept erarbeitet werden, das alternative innovative Sanierungstechniken sowie bestandsorientierte Lösungen vorstellt. Eine geplante Veröffentlichung soll bundesweite Handlungsempfehlungen geben und Städten mit historischer Backsteinbebauung praxistaugliche Lösungsansätze aufzeigen. So kann ein Beitrag zum Erhalt des baukulturellen Erbes Backstein geleistet werden. Als erste bauliche Maßnahme soll der zentrale Grünzug auf Basis der Originalplanung aus den 1920er Jahren unter Berücksichtigung heutiger Nutzerinteressen ertüchtigt werden. Die Stärkung des Grünzugs als identitätsstiftende grüne Achse trägt zur Authentizität der Jarrestadt bei.

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