Mehr Transparenz auf Hamburgs Baustellen – Wo stehen die angekündigten QRCodes im Bezirk Wandsbek?
Drs. 22-3932.1
Auskunftsersuchen vom 24.06.2026
Sachverhalt:
Mit der Senatsdrucksache 23/1493 „Zukunft Tiefbau“ verfolgt der Senat das Ziel, Tiefbaumaßnahmen besser zu koordinieren, zu beschleunigen und die Belastungen für Bürgerinnen und Bürger zu reduzieren. Hierzu wurde unter anderem eine verbesserte Information und Kommunikation gegenüber Anwohnern, Verkehrsteilnehmern und Gewerbetreibenden angekündigt. Auch Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks stellte öffentlich eine stärkere Transparenz von Baustellen, unter anderem durch digitale Informationsangebote und QR-Codes auf Baustellenschildern, in Aussicht.
Jedoch ist festzustellen, dass zahlreiche Baustellen im Hamburger Stadtgebiet weiterhin nur eingeschränkt Informationen zu Bauherrn, Bauzweck, Bauzeit oder Ansprechpartnern bereitstellen.
Dies betrifft nach Wahrnehmung vieler Bürgerinnen und Bürger auch zahlreiche Baustellen im Bezirk Wandsbek. Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl an Tiefbau-, Leitungsund Infrastrukturmaßnahmen kommt einer nachvollziehbaren und transparenten Baustellenkommunikation eine besondere Bedeutung für die Akzeptanz der Maßnahmen zu.
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Fachbehörde:
Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) antwortet wie folgt: 04.08.2026
Das Bezirksamt Wandsbek antwortet wie folgt: 15.07.2026
1. Welche konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Baustellenkommunikation wurden seit Beschluss der Strategie „Zukunft Tiefbau“ eingeleitet?
Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):
Seit dem Beschluss der Strategie „Zukunft Tiefbau“ hat die Freie und Hansestadt Hamburg zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Baustellenkommunikation für die sogenannten Ankerprojekte umgesetzt, siehe hierzu Drs. 23/3366, 23/3377 und 23/3378. Ankerprojekte im Rahmen der Strategie „Zukunft Tiefbau“ sind ausgewählte, Infrastrukturvorhaben mit den größten verkehrlichen Auswirkungen, bei denen die beteiligten Leitungsunternehmen, Behörden und weitere Akteure besonders eng und verbindlich zusammenarbeiten.
Ziel ist es, durch eine abgestimmte Planung, gebündelte Bauausführung und gemeinsame Kommunikation die Bauzeiten zu verkürzen, die Belastungen für die Öffentlichkeit zu minimieren und Synergien zu nutzen. Ankerprojekte stehen damit für eine neue Qualität der Zusammenarbeit und setzen die Grundsätze der Strategie beispielhaft um.
Die wichtigsten Maßnahmen sind:
1. Ausbau und Digitalisierung der Informationsangebote
Die Baustellenkarte der FHH wurde weiterentwickelt. Sie bietet tagesaktuelle, kartengestützte
Informationen zu laufenden und geplanten Baustellen, inklusive Angaben zu Zeitraum, Art der
Maßnahme und Auswirkungen auf den Verkehr.
2. Verbesserte Bürgerinformation und -beteiligung
Frühzeitige und mehrkanalige Kommunikation: Ankerprojekte werden frühzeitig über verschiedene Kanäle (Pressemitteilungen, Social Media, Newsletter, Website) angekündigt.
Informationsveranstaltungen und Dialogformate: Bei Ankerprojekten werden gezielt Informationsveranstaltungen, Bürgersprechstunden oder digitale Dialogformate angeboten, um Anwohnende und Gewerbetreibende einzubinden.
Bürgerbeteiligung: In Pilotprojekten werden Bürger:innen aktiv in die Planung und Kommunikation eingebunden, etwa durch Online-Beteiligungsplattformen oder Umfragen.
3. Optimierung der Vor-Ort-Kommunikation
Baustellenbeschilderung: Die Beschilderung an Baustellen (Ankerprojekte) wurde verbessert und mit QR-Codes versehen, die direkt zu weiterführenden Online-Informationen führen. Kontaktmöglichkeiten vor Ort: An größeren Baustellen werden Kontaktinformationen für Rückfragen oder Beschwerden sichtbar angebracht, sowie Infoboxen aufgestellt, in denen Ansprechpersonen informieren.
2. Welche Standards für die Information der Öffentlichkeit an Baustellen bestehen derzeit in Hamburg?
Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):
Mit der Strategie „Zukunft Tiefbau“ wurden verbindlichere Vorgaben für die Baustellenkommunikation digital und vor Ort formuliert. Die konkrete Ausgestaltung der Informationsmaßnahmen liegt weiterhin in der Verantwortung der jeweiligen Realisierungsträger (z. B. Leitungsunternehmen, städtische Betriebe oder beauftragte Bauunternehmen).
3. Plant der Senat die Einführung eines hamburgweit einheitlichen Baustellenschildes? Wenn ja, wie soll dieses ausgestaltet werden und bis wann soll die Einführung erfolgen?
4. Seit wann werden QR-Codes oder vergleichbare digitale Informationsangebote an Hamburger Baustellen eingesetzt?
5. Für welche Arten von Baustellen ist der Einsatz von QR-Codes derzeit vorgesehen?
Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) zu Ziffer 3-5:
Der systematische Einsatz von QR-Codes und vergleichbaren digitalen Informationsangeboten an Hamburger Baustellen wird seit der Verabschiedung der Drs. 23/1493 im September 2025 gezielt verfolgt und ist insbesondere bei Ankerprojekten verpflichtend. Ziel ist es, Bürger:innen vor Ort einen einfachen Zugang zu aktuellen, digitalen Baustelleninformationen zu ermöglichen.
Es ist möglich, dass einzelne Realisierungsträger bereits vor diesem Zeitpunkt vereinzelt QRCodes an Baustellen genutzt haben. Ein stadtweit abgestimmtes Vorgehen und die verbindliche Umsetzung im Rahmen der Strategie „Zukunft Tiefbau“ bestehen jedoch erst seit 2025 als einheitliches Merkmal für Baustellenschilder, der grundsätzlich für alle Baumaßnahmen vorgesehen ist.
