Der Jugendhilfeausschuss Wandsbek hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig einen Antrag der CDU-Fraktion verabschiedet, der eine deutlich bessere Ausstattung der offenen Kinder- und Jugendarbeit, insbesondere in sozial belasteten Stadtteilen, fordert. Anlass ist die zunehmend dramatische Lage von Jugendeinrichtungen.
Der Sozialindex der Stadt Hamburg reicht von 1 (sehr hohe Belastung, hoher Förderbedarf) bis 6 (günstige Voraussetzungen). Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, die in Quartieren mit Index 1 arbeiten, stehen vor vergleichbaren Herausforderungen wie die dortigen Schulen. Gleichzeitig wird von ihnen erwartet, Inklusion, Integration und sozialpädagogische Begleitung auf hohem fachlichen Niveau zu gewährleisten, jedoch mit seit Jahren unzureichender Finanzierung.
Die Unterfinanzierung ist teilweise so gravierend, dass Einrichtungen schließen müssen, wenn die einzigen Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen nicht da sein können, weil keine Mittel vorhanden sind, um eine dringend benötigte weitere Fachkraft zu finanzieren. Solche Situationen werden seit Jahren in Fachgremien berichtet und nehmen in ihrer Häufigkeit weiter zu.
Gerade in sozial belasteten Quartieren fehlt es an finanziellen Ressourcen, um auf besondere Ereignisse wie den Zuzug geflüchteter Kinder oder globaler Krisen schnell und flexibel reagieren zu können. Die weiterhin verbreitete Praxis, Jugendeinrichtungen mit nur einer einzigen festen Personalstelle auszustatten, widerspricht dabei allen professionellen Standards offener Kinder- und Jugendarbeit.
Vor diesem Hintergrund forderte die CDU-Fraktion mit diesem Antrag einen engen Austausch zwischen Bezirksversammlung und Fachbehörde, um realitätsgerechte Rahmenzuweisungen zu erreichen, die den tatsächlichen Bedarfen in Wandsbeks Quartieren entsprechen.
„Wenn Einrichtungen in sozial hochbelasteten Quartieren wegen Personalmangels schließen müssen, ist das ein Alarmzeichen für die gesamte Stadtgesellschaft. Wir brauchen endlich eine Ausstattung, die der Realität gerecht wird. Alles andere gefährdet Kinder- und Jugendarbeit an ihrem Kern“, so Claudia Folkers, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Bezirksfraktion Wandsbek.
Mit dem einstimmigen Beschluss wird die zuständige Fachbehörde aufgefordert einen Fachreferenten in den Jugendhilfeausschuss Wandsbek zu entsenden, der die Berechnungsgrundlagen der Rahmenzuweisungen erläutert und wie damit auf die wachsenden Anforderungen im Bereich Inklusion und Integration reagiert wird.
Mit diesem Beschluss setzt nun auch der Jugendhilfeausschuss ein deutliches Signal: Hamburg muss die offene Kinder- und Jugendarbeit – insbesondere in benachteiligten Stadtteilen – nachhaltig stärken, um jungen Menschen echte Perspektiven und sichere Anlaufstellen zu bieten.
