Die CDU-Fraktion kritisiert die erhebliche Verzögerung bei der Sanierung des Rathauses Wandsbek. Wie aus der Mitteilung des Bezirksamtes Wandsbek (Drs. 22-3747) hervorgeht, wurden bereits Ende 2022 schwere Schäden der Sanierungspriorität I festgestellt. Dennoch wird die Fertigstellung der Sanierung nach Angaben des Senats frühestens für Ende 2026 angestrebt.
Wie aus der Mitteilung weiter hervorgeht, wurden bei einer Dichtheitsprüfung Undichtigkeiten im Entwässerungssystem, Feuchtigkeitsschäden an erdberührenden Wänden sowie Korrosionsschäden an Bauteilen festgestellt. Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) weist auf ihrer Internetseite darauf hin, dass bei schweren Schäden der Sanierungspriorität I die Grundstücksentwässerungsanlage innerhalb von sechs Monaten saniert werden muss. Das Rathaus ging 2023 wieder in städtisches Eigentum über und wurde anschließend in die städtische Immobilienbewirtschaftung überführt.
Die CDU-Fraktion hatte die Offenlegung der Sanierungskonzepte für die bezirklichen Gebäude sowie die Darlegung der Sanierungspriorität des Rathauses Wandsbek beantragt, um Transparenz über den Zustand der öffentlichen Gebäude und den Umgang mit festgestellten Mängeln herzustellen.
Dazu erklärt Dr. Natalie Hochheim, Vorsitzende der CDU-Bezirksfraktion Wandsbek: „Die Stadt muss bei der Umsetzung ihrer eigenen Vorgaben mit gutem Beispiel vorangehen. Dass ausgerechnet das Rathaus Wandsbek seit Jahren einen Schaden der höchsten Priorität aufweist und die Verwaltung dennoch erst Ende 2026 als Zielmarke für die Sanierung nennt, ist erklärungsbedürftig. Die öffentliche Hand muss ihrer Vorbildfunktion gerecht werden. Andernfalls wird es zunehmend schwieriger, Akzeptanz für entsprechende Vorgaben bei Bürgern und Unternehmen zu schaffen.“
Als Begründung für die Verzögerung werden fehlende Bestandspläne, zusätzliche Untersuchungen sowie die Durchführung der Arbeiten im laufenden Verwaltungsbetrieb angeführt. Die Kosten der Sanierung werden derzeit auf rund 350.000 Euro geschätzt.
Die Verwaltung nennt verschiedene Gründe für die lange Dauer der Sanierung. Die entscheidende Frage bleibt jedoch unbeantwortet: Warum soll die vollständige Beseitigung eines Schadens der höchsten Prioritätsstufe mehrere Jahre in Anspruch nehmen, obwohl die BUKEA bei schweren Schäden der Sanierungspriorität I eine Sanierung innerhalb von sechs Monaten vorsieht?
