Sandfänge im Bezirk Wandsbek: Mehr Pflege für gesunde Gewässer notwendig

Sandfang; Gewässer; Entschlammung;

Viele Flüsse, Bäche und Gewässer in Hamburg – besonders im Bezirk Wandsbek – befinden sich in einem bedenklichen Zustand. Der chemische Zustand vieler Gewässer ist „nicht gut“, das ökologische Potenzial „mäßig“. Ursachen dafür sind unsere urbane Lebensweise, bauliche Eingriffe in natürliche Wasserläufe sowie klimatische Veränderungen wie Starkregen und Trockenperioden. Infolgedessen gelangen große Mengen Sand und Schmutz in die Gewässer – mit gravierenden Auswirkungen auf die Wasserqualität und die Lebensräume im Bachbett.

Eine wichtige Maßnahme zur Sedimentkontrolle sind sogenannte Sandfänge: künstliche Erweiterungen in Gewässern, in denen sich schwerere Partikel absetzen können. Dadurch werden empfindliche Lebensräume im Gewässer geschützt – etwa das kiesige Lückensystem (das sogenannte Interstitial), das für viele seltene Arten wie Bachforelle oder Bachneunauge überlebenswichtig ist. Verschlammte oder überfüllte Sandfänge können diese Funktion jedoch nicht mehr erfüllen.

Eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion Wandsbek (Drs. 22-1912) zeigt: Von neun bekannten Sandfängen im Bezirk sind mindestens vier vollständig gefüllt – sie sind somit wirkungslos. Zudem wurde in den letzten fünf Jahren kein einziger Sandfang entschlammt. Eine weitere Anfrage (Drs. 22-1727) bestätigt: Auch in den kommenden Jahren sind keine Entschlammungen geplant.

„Das Entschlammen ist extrem teuer, da der Aushub als Baggergut mit gefährlichen Stoffen gilt und entsprechend entsorgt werden muss. Die Bezirke sind für diese regelmäßigen Maßnahmen weder personell noch finanziell ausreichend ausgestattet“, erklärt Jörg Meyer, CDU-Mitglied im Ausschuss für Klima, Umwelt und Verbraucherschutz.

Ralf Kanstorf, zubenannter Bürger für die CDU im Ausschuss für Klima, Umwelt und Verbraucherschutz, warnt vor den ökologischen Folgen: „Gewässer sind komplexe Systeme. Wird eine Komponente geschädigt, betrifft das schnell das ganze Ökosystem. Sandfänge sind ein zentrales Instrument, um Gewässer zu schützen – aber nur, wenn sie auch gewartet werden.“

Die CDU-Fraktion fordert daher, die Bezirke besser auszustatten, um ihre Aufgaben im Bereich der Gewässerpflege wahrnehmen zu können. Ein entsprechender Antrag (Drs. 22-1891) wurde in die Bezirksversammlung eingebracht und zur weiteren Beratung in den Ausschuss für Klima, Umwelt und Verbraucherschutz überwiesen.

Damit Hamburgs Gewässer ihre ökologischen Funktionen erfüllen können, brauchen sie mehr Aufmerksamkeit und regelmäßige Pflege. Nur durch gezielte Maßnahmen wie die Instandhaltung von Sandfängen und eine solide Finanzierung der Wasserwirtschaft kann die ökologische Qualität langfristig gesichert werden.